von ängsten, sorgen und geschützten räumen

von ängsten, sorgen und geschützten räumen

wer bist du, wenn du echt bist? echt_2
von ängsten, sorgen und geschützten räumen

sehr oft sprechen menschen in meiner praxis nach kurzer zeit ihre wahren sorgen und befürchtungen aus. dann höre ich sätze wie „innerlich fühle ich mich manchmal so klein“ oder „ich habe angst, dass andere erkennen, dass ich gar nicht so toll bin, wie sie glauben“ oder „manchmal fühle ich mich völlig inkompetent und denke, ich bin doch nur ein kleines, unreifes kind“.

in solchen momenten bin ich tief berührt. ich freue mich über ihr vertrauen. und – ich sehe mich selbst in dem, was sie sagen.

ich weiß, wie gut es tut, einen „sicheren raum“ zu haben, in dem man seine ängste aussprechen kann. in dem sie gehört werden. in dem sie behütet und geborgen sind. in dem sie nicht ausgelacht und gegenteilig ausgenutzt werden. ein raum des vertrauens. in dem man einfach sein kann.

ich habe noch keinen menschen getroffen, der völlig frei von ängsten und (selbst-)zweifeln ist. ich habe jedoch schon viele menschen getroffen, die grandiose strategien entwickelt haben, ihre eigenen ängste zu verbergen. solche muster können zur perfektion ausgebaut werden, so dass der betroffene es oftmals nicht einmal mehr merkt.

es ist schön, wenn menschen den mut haben, sich zu öffnen. es ist schön, wenn sie ihre unsicherheit annehmen und kommunizieren. niemand ist perfekt. jeder von uns hat doch die eine oder andere „schwachstelle“, die er anderen nicht so gerne zeigt.

wenn ich in meinem privaten kreis mit freunden spreche, ihnen von meinen ängsten und sorgen erzähle, werde ich manchmal gefragt, ob ich mir „das schon angeschaut habe“, oder weshalb ich „das noch nicht gelöst habe“…

ach je! manchmal brauchen wir alle einfach einen raum, in dem wir sein dürfen, ohne lösen zu wollen. auch unsere ängste und sorgen brauchen einen solchen raum. in dem keiner sofort mit dem „erste-hilfe-koffer“ um die ecke kommt und lösungen anbietet. einen raum von sicherheit, vertrauen und geborgenheit. in dem alles sein darf. in dem wir uns richtig klein fühlen dürfen. auch dem anderen gegenüber. der dies nicht ausnutzt. sondern uns einfach „aushält“ in diesem moment.

so viele menschen stehen taff in ihrem leben. wirken groß, stark, kompetent und leisten einen guten job. und doch fühlen sie sich innerlich unsicher, hilflos, überfordert, angestrengt… und finden keinen raum, in dem sie genau dies zeigen können und dürfen. oder wollen – weil sie vielleicht schon zu oft verletzt wurden. weil andere ihre ängste ausgenutzt haben etc.
was für eine heillose überforderung findet da statt!

…….

ich danke den menschen, die mir diesen raum bieten! bei denen ich mich einfach fallen lassen darf, sein darf, ohne hinterfragt zu werden (auch wenn ich euer stirnrunzeln und unverständnis manchmal sehen kann – hihi. ja, es braucht gar kein verständnis, nur einfach „sein dürfen“!). in dem ich nicht bewertet werde und in dem mir nicht die worte im mund verdreht werden. was für ein geschenk, dass es euch gibt!

und ich danke den menschen, die mir ihr vertrauen schenken und diesen raum bei mir öffnen. privat wie in meinem job. vielen dank für euer einlassen, öffnen, vertrauen, fallen lassen. auch hier – was für ein geschenk, dass es euch gibt!

DAS ist die art, in der frieden im innen entstehen kann!